Donaukurier


14.02.2012
Eine Fetzengaudi

Mühlried (SZ) Das Programm kunterbunt, die Akteure vor und hinter den Kulissen richtig gut drauf. „Heilig Geist, wie es singt und lacht“, der Tischfasching der Mühlrieder Pfarrgemeinde, bot vor allem eines: eine Fetzengaudi.

Deutschland kann die Suche nach Superstar respektive Supertalent getrost einstellen. Mühlried hat beide längst gefunden: Tobias Rechenauer und Veronika Sailer. Seine Songs schmettert Tobi voller Inbrunst, ohne auch nur den geringsten Ton zu „versemmeln“, wie es Dieter Bohlen ausdrücken würde. Und Veronika Sailer – a star is born! Als Raumkosmetikerin Hinterhuaber Gertraud biegt sie die Lachmuskeln der Gäste bis an die Schmerzgrenze. Dass sie das zum ersten Mal macht, ihr komödiantisches Talent bis dato also noch völlig unentdeckt blieb, mag man nicht für möglich halten.
„In Mühlried hupfa so vui Mesnerinnen rum, dass ma moant, es hätt mafiaähnliche Strukturen“ – trocken serviert sie einen Lacher nach dem anderen. Und schlagfertig ist sie. Als beim KJG-Generationenspiel die Kirchenpflegerin das abgebildete winzige Detail nicht auf Anhieb einer Mühlrieder Bank zuordnen kann, meint Sailer: „Liabe Kirchenverwaltung, s’Geld in der Hand ham, aber net wissen, ob des d’Raiffeisen- oder d’Volksbank is“.
Übrigens, das Generationenspiel geht eindeutig an die Jugend, vertreten durch Anna Hellmich. Beim Erkennen markanter Mühlrieder Punkte ist sie nicht zu toppen. Die Jugend, die Mühlrieder Minis vor allem, entzückt obendrein mit ihren Sketchen. Da wird dem Ehemann eine Dose Hundefutter aufgetischt („Männer würden Chappi kaufen“) oder „Dinner for one“ auf bayerisch serviert – mit Weizen, Schweinshaxe und Apfelkücherl.
Eine Berufsgruppe wird an diesem Abend ganz besonders durch den Kakao gezogen: der Klerus. So klärt Hermann Koppold auf, warum Priester nicht ins Hallenbad dürfen: „Eine falsche Bewegung und alles ist Weihwasser.“ Die Diskussionsrunde um Moderatorin Maybrit Maischberger-Lanz, alias Gabriele Siegert, debattiert ähnliche Themen: „Is des wahr, dass sich die Mesnerinnen um die Diensteinteilung streiten, weil jede Pater Robert ausziehen will“
Nicht mal die Gruppe Spirit verschont den Pater. Gut aufgelegt erweitern sie Willy Astors „Gwand anham Ära“ um den drohenden Pater-Kater bei übermäßigem Alkoholgenuss und eindringlich wird davor gewarnt, sollte die Kollekte mal wieder zu niedrig ausfallen, Pater Robert als „Roberto blanco“ dastehen zu lassen. Der hat, wie so oft, auch an diesem Abend seine Kamera stets im Anschlag, um seine Schäfchen zu filmen. Nur für einen kleinen Trip auf die Bühne gibt er sie kurz aus der Hand. Mutig legt er sich auf den Boden, um das von Gemeindereferentin Rita Sieber geführte Kamel Sultanine über sich hinwegsteigen zu lassen. Köstlich, denn die Szene wird von bezaubernden orientalischen Tänzerinnen umringt.
Ein Highlight reiht sich an diesem Abend ans andere. Den Saal restlos zum Kochen bringt das Männerballett. Saukomisch, als sie sich mit fest verankerten Beinen wie Gummipuppen in alle Himmelsrichtungen verbiegen. Zum Niederknien, wenn sie sich im heißen Ballettoutfit an graziösesten Tanzbewegungen versuchen.
KJG, das Orga-Team, Sänger und DJ Rainer Brech, Robert Hellmich, das komplette Pfarrhofteam – die Liste derer, die ihr Scherflein zu diesem unvergesslichen Abend beitrugen, ist lang. Völlig zu Recht liefern sich die Gemeindemitglieder ihre Lobeshymne gleich selber: „Wir kommen alle, alle in den Himmel, weil wir so brav sind“. Der liebe Gott sieht’s sicher ähnlich.
 
Von Ute de Pascale

29.11.2011
Weihnachtsmarkt hilft weltweit
Mühlried (SZ) Ihren 39. Weihnachtsmarkt stellten die Mühlrieder Gemeindemitglieder am Sonntag auf die Beine. Wie jedes Jahr ganz im klassischen Sinne, kitschfrei, mit viel selbst Gemachtem.
Auch der soziale Aspekt unterscheidet den Mühlrieder von vielen anderen Weihnachtsmärkten. Der komplette Erlös kommt nämlich humanitären Projekten auf der ganzen Welt zugute. Das kommt offensichtlich an: Unzählige Besucher nutzten ab dem Vormittag die Gelegenheit zum besinnlichen Einstimmen auf die Weihnachtszeit.
Wunderschöne Kranzgebinde, hausgebrannter Bratapfellikör, selbst gebackene Plätzchen – viele fleißige Mühlrieder trugen mit ihrem Engagement zum Gelingen des Marktes bei. Speziell für Kinder hat man sich eine Menge ausgedacht, Lebzeltendrehen, Krabbelsack oder die Kinder-Kreativ-Werkstatt etwa, in der die Kleinen Holzlaternen basteln durften. Und natürlich – alle Jahre wieder heiß geliebt: der geduldige Esel im Streichelzoo.
Eines der Highlights für die Kleinen: der Besuch des Nikolaus, der bei einer kleinen Andacht in der Kirche die Kinder mit frischen Nikolausäpfeln beschenkte. Kaffee und Kuchen sowie einen Büchermarkt gab es im Pfarrzentrum unter der Kirche.
„Unmengen von Leuten aus unserer Pfarrei helfen mit, und niemand bereichert sich dabei“, lobt eine der Organisatorinnen, Birgit Taglieber-Mair den Einsatz der Mühlrieder. „Die Einnahmen – voriges Jahr waren es etwa 12 000 Euro – werden komplett an Dritte- Welt-Länder gespendet, für Schulprojekte, Krankenhäuser, Wasseraufbereitungsanlagen und Ähnliches“, erklärt Christa Himmel vom Mühlrieder Frauenkreis, „wohin genau das Geld fließt, das entscheidet der Missionsausschuss.“ Es seien immer Projekte, zu denen es in irgendeiner Form persönlich Bezug gebe, wie beispielsweise North Horr in Kenia. Birgit Taglieber-Mair fügt hinzu: „Alljährlich erhalten wir Rückmeldungen, in denen sich die Leute für die Hilfe bedanken“. Das spornt an, dem Motto „der Mühlrieder Weihnachtsmarkt hilft weltweit“ auch in Zukunft treu zu bleiben.
Von Ute De Pascale

05.07.2011
Blumen und Baumstämme

Mühlried (SZ) „Unsere Gemeinde – wie ein bunter Blumenstrauß“ – so lautete das diesjährige Motto für das Sommerfest der Pfarrei Heilig Geist in Mühlried.
Ein Motto, das bereits „dem morgendlichen, sehr gut besuchten Gottesdienst“ zugrunde lag, wie Sigrid Distl, Mitglied des Pfarrgemeinderates, betonte. Die Mitorganisatorin erklärte, dass jedes Gemeindemitglied aufgerufen war, eine Blume in den Gottesdienst mitzubringen, die dann vor dem Altar gesammelt wurden und ein prächtiges, buntes Bild abgaben.
Die Blumen, die während des Gottesdienstes den Raum vor dem Altar schmückten, standen beim Pfarrfest auf den Biertischen, an denen es sich viele Besucher gemütlich gemacht hatten. Unter einem riesigen Ballonseidenzelt saß es sich ebenso gemütlich wie unter freiem Himmel oder im Pfarrsaal. Während die Erwachsenen die Gelegenheit nutzten, beieinander zu sitzen, flitzten die Kinder und Jugendlichen zwischen den vielfältigen Spiel- und Aktionsangeboten aufgeregt hin und her.
Da hatte so manches Kind die Qual der Wahl: Sollte man zuerst ein Speckstein-Amulett anfertigen, mit Bügelperlen kreativ werden, sich schminken lassen oder vielleicht doch lieber zunächst auf Edelstein-Suche gehen? Die Aktion erwies sich als besonderer Anziehungspunkt. Großzügig wurden in der Sandkiste des Heilig-Geist-Kindergartens unzählige kleine Edelsteine in sämtlichen Farben und Formen verteilt. Und dann hieß es suchen. Mit Sieb. Oder mit den Händen. Egal. Hauptsache gründlich. „Da werden sich die Kinder im Kindergarten in nächster Zeit freuen – die finden bestimmt noch lange welche“, lacht eine Mutter, die ihr kleine Tochter dabei beobachtet, wie die konzentriert den Sand durchsiebt und ihre Jackentaschen immer weiter füllt.
Für die Jugendlichen boten die Bavarian Highland Games, bei denen nicht nur Maßkrüge gestemmt, sondern auch volle Wasserbecher durch einen verzwickten Hindernisparcours getragen oder andere Schwierigkeiten gemeistert werden mussten, jede Menge Unterhaltung. Dabei mussten die Jugendlichen sich einige deftige Kommentare anhören: „Der läuft ja wie eine schwangere Ente“, „Da ist ja die Oma schneller“.
Nach so viel Programm hieß es erst einmal, sich zu stärken. Auch dafür bot das Mühlrieder Pfarrfest eine reichhaltige Auswahl. Ob deftig, ob Grillgut oder Kuchen, ob Bowle, ein frisch gezapftes Bier vom Fass oder Cappuccino – „Hier ist wirklich für jeden Geschmack etwas zu finden“, freut sich Helga Hartmann, Mitglied des achtköpfigen Pfarrfest-Organisationsteams. Sie ist mit dem reibungslosen Ablauf und ihren 150 Helfern mehr als zufrieden.
Am Ende des ereignisreichen Tages wartet ein besonderer Höhepunkt auf die Gäste des Pfarrfestes: Schon während des gesamten Tages hatten die Besucher die Möglichkeit, in einem improvisierten Wettbüro einen Tipp abzugeben. Zu schätzen galt es, wie viele Meter insgesamt ein Baumabschnitt von sieben Mitgliedern der Kirchenverwaltung geworfen werden könnte. Die Tipps im Vorfeld reichten von 50 bis 120 Meter und die Wahrheit lag schließlich – wie so oft – in der Mitte. Rund 78 Meter schaffte das Team der Kirchenverwaltung insgesamt. Pater Robert Skrzypek landete mit 7,24 Metern den weitesten Wurf.
Von Sylke Baumann-Zielke

Schöne Stunden für Groß und Klein

Mühlried (SZ) Viel geboten war auf dem Weihnachtsmarkt der Pfarrei Heilig Geist in Mühlried, der am Sonntag bereits zum 38. Mal seine Pforten öffnete.
Seit 1973 findet der Weihnachtsmarkt mittlerweile statt, der ausschließlich von ehrenamtlichen Helfern der Gemeinde organisiert und durchgeführt wird. Ein kleines, unauffälliges Schild am Rande des Marktes weist die Besucher darauf hin, dass in dieser Zeit alljährlich mehr als 200 freiwillige Helfer den Weihnachtsmarkt ermöglichten und dass insgesamt über 425 000 Euro für missionarische Spenden auf dem kleinen, aber feinen Markt eingenommen werden konnten.
Besonders viel Augenmerk legen die Organisatoren des Mühlrieder Weihnachtsmarktes seit jeher darauf, "gerade den kleinen Besuchern ein paar schöne Stunden zu bereiten", wie Konrad Prinke vom Pfarrgemeinderat betont. Dabei stellt das speziell für diese Veranstaltung in Eigenregie gebaute Karussell in Form einer riesigen Weihnachtspyramide nur ein Höhepunkt für die jüngeren Besucher dar. Nach dem Ritt auf dem Holzschaf des Karussells geht es weiter zum Krabbelsack, der von einigen Frauen aus der Gemeinde mit unzähligen kleinen Päckchen bestückt wurde, die nun darauf warten, von den kleinen Gästen des Weihnachtsmarktes herausgeangelt zu werden.
Gleich anschließend kann man beim Lebzelten sein Glück versuchen oder aber mit Hammer, Säge, Kleber und Schere aktiv werden und zunächst einen Wäscheklammerengel basteln oder sich gleich an die Herstellung eines Meisenknödelhäuschens aus Holz heranwagen.
Während die jüngeren Besucher also eifrig von einer Station zur nächsten flitzen, um ihr Glück zu versuchen oder ihr handwerkliches Talent zu beweisen, schlendern die Großen gemütlich zwischen den liebevoll geschmückten Buden umher und bewundern das reichhaltige Sortiment der angebotenen Waren. Handgestrickte Socken, von Hobbyschreinern gefertigte Tannenbäume, selbst gebackene Plätzchen, Adventskränze aus eigener Produktion oder hausgemachte Marmelade – all dies und noch viel mehr wartet nur darauf, entdeckt zu werden. Dabei stellt sich der Stand mit den kulinarischen Spezialitäten als ein besonderer Anziehungspunkt heraus.
Bereits am frühen Nachmittag können die Frauen nur noch auf ein sehr eingeschränktes Warenangebot verweisen. Ihre hausgemachten Plätzchen, Marmeladen und Lebkuchen finden schnell zahlreiche Liebhaber, genau wie die Grünkraft, eine Suppenwürze hergestellt "nach Hildegard. Da ist alles drin, was gut ist – nur eben kein Porree, denn mit Lauch, da ist es eben nicht nach Hildegard", erklärt die nette Dame vom Stand fachkundig, während sie eines der letzten Gläser Grünkraft herüberreicht.
Nur ein paar Meter weiter hat das Orgelteam der Heilig Geist Kirche seinen Stand aufgebaut und präsentiert ebenfalls sehr köstliche, wenn auch vielleicht nicht ganz so gesunde Spezialitäten. Ein eigens für dieses Team kreierter Kartoffelschnaps – hier dargeboten unter dem klangvollen Namen "Orgeltropfen" – sucht seinen Käufer und damit Unterstützer für die Orgelsanierung.
Zum Abschluss des Weihnachtsmarktbesuches bietet es sich an, noch eine kurze Pause einzulegen. Schwatzend stehen die Besucher beieinander, gelöste Stimmung. Eine Stimmung, die nun am Nachmittag auch die zahlreichen Helfer erfasst. Wieder einmal ist alles gut gegangen. Trotzdem werden sie sich schon bald treffen, um Nachlese zu betreiben. Und um ihre Verbesserungsvorschläge festzuhalten für den 39. Weihnachtsmarkt 2011, wenn es wieder heißt: "Weihnachtsmarkt Mühlried hilft weltweit".

Von Sylke Baumann-Zielke


Auf Erlebnistour am Tegernsee unterwegs
08.10.2010

Mühlried (oh) Der traditionelle Ausflug der Pfarrei Hl. Geist Mühlried führte heuer an der Tegernsee. Morgens um 6.30 Uhr machte sich eine große Teilnehmergruppe auf den Weg. Nach einer knapp zweistündigen Busfahrt war das Ziel erreicht und es hatten sich verschiedene Ausflugsgruppen für den Tag gebildet.

Die unverwüstlichen Wanderer trotzten dem Regen und erklommen den Walberg. Auf dem Gipfel in 1722 Metern lag bereits Schnee.
Aufgrund des schlechten Wetters entschieden sich die meisten Teilnehmer für das Alternativprogramm. Dieses bestand aus Baden im Erlebnisbad, dem Besuch einer Indoor-Sporthalle und der Besichtigung einer Käserei.
Am Abend fand dann ein abschließender gemeinsamer Gottesdienst mit Pater Robert statt. Anschließend wurde gemeinsam in einem nahe liegenden Gasthaus zu Abend gegessen, und bei Schweinebraten oder fangfrischem Fisch konnte man den Tag gemütlich ausklingen lassen.
Pünktlich um 21.30 Uhr traf die Gruppe wieder in Mühlried ein. Mit im Gepäck waren viele neue Eindrücke und das ein oder andere (Käse-)Souvenir aus der Tegernseer Gegend. Auch das schlechte Wetter konnte den Teilnehmern die gute Laune nicht verderben. So blickte das Organisationsteam auch dieses Jahr in zahlreiche zufriedene Gesichter der Teilnehmer.


Ein besonderer Draht zum lieben Gott
2 Juni 2010

Mühlried (hra) Traumhaftes Wetter, ein farbenfroher Festplatz, kulinarische Leckerbissen und ein beeindruckendes Kinderprogramm – da war ein entspannter und erlebnisreicher Tag vorprogrammiert. Die Heilig- Geist-Gemeinde genoss ein gelungenes Pfarrfest, das sogar in die Verlängerung ging.


"Wir Mühlrieder haben wohl schon einen besonderen Draht zum lieben Gott", strahlte Pater Robert, als er seine Mühlrieder und alle Gäste zum Festgottesdienst willkommen hieß. Traditionell stand ein Gottesdienst am Anfang des Pfarrfestes. Musikalisch umrahmt wurde die Messe von der Großen Rhythmusgruppe.
"Miteinander Aufbruch wagen" hatte der Arbeitskreis Ehe und Familie als Leitthema für den Gottesdienst gewählt. Durchaus deutlich und sehr kritisch brachten die Mitglieder des Arbeitskreises zum Ausdruck, was die Gläubigen gerade bewegt, wenn sie an die Entwicklungen in den letzten Wochen und Monaten denken. So hieß es dann in einem Gebet: "Vieles macht betroffen und traurig. Stärke uns und ermutige uns."
Neue Wege gehen
Sigrid Distl, Sprecherin des Arbeitskreises, rief im Rahmen der Katechese den Mühlriedern zu: "Mit- und Füreinander wollen wir es anpacken. Trauen wir uns zu, neue Wege zu gehen! Seien wir mutig und brechen wir auf! Lassen wir Veränderungen zu!"
Anschließend war Bewegung angesagt und alle Gläubigen sangen, tanzten und klatschten ein "Brich auf, bewege dich". Das Bier beim anschließenden Frühschoppen musste sich in diesem Jahr jeder verdienen. An den voll besetzten Tischen ließen sich viele Mühlrieder in der Mittagszeit verwöhnen. Lange Schlangen bildeten sich vor den Essensbuden. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter hatten alle Hände voll zu tun.
Danach war bei Helga Hartmann, Leiterin des Orga-Teams, ein erstes Durchschnaufen angesagt. Im Vorfeld hatte sie souverän und professionell das große Team der Verantwortlichen angeleitet und auf das Großprojekt Pfarrfest eingestimmt. Der Nachmittag stand ganz im Zeichen des Zusammenkommens und des Austausches bei Kaffee und Kuchen.
Der Garten des Kindergartens und der angrenzende Spielplatz wurden zur Spiel und Kreativzone für die Kinder umfunktioniert. An sieben Stationen konnten sie ihrer Fantasie freien Lauf lassen. So bastelten die Kinder und Jugendlichen moderne Mobiles aus glänzenden CD-Rohlingen. Je nach Geschmack erhielten die CDs mit verschiedenem Zubehör eine ganz eigene Note. Für die Kleinen hatte Elfi Götzenberger Material für zarte Schmetterlinge für das eigene Zimmer parat. Schlüsselanhänger aus Schmelzgranulat waren wohl die Highlights, konnten sie doch zu Fahnen oder Trikots unserer Fußballnationalmannschaft gebrannt werden.
Gerlinde Bichler hatte mit ihrem Team alle Hände voll zu tun, um jedem Kind einen Anhänger zu ermöglichen. Eine weitere Station war der Sandkasten des Kindergartens. Hier konnten sich die Kinder als Edelsteinschürfer betätigen. Manch ausgebeulte Hosentasche zeugte von einem reichen Fund. Ein ebenfalls im Garten untergebrachter, riesiger Berg aus 3500 Holzbauklötzen erwies sich als wahrer Eyecatcher. Ausgestattet mit Helmen bauten die Kinder wahre Kunstwerke an Türmen und Schlössern.
Zwei sportliche und durchaus anspruchsvolle Aktionen für Mutige rundeten das Kinder- und Jugendprogramm ab: zum einen das Bandenfußballturnier, bei dem sich mehr als 30 Buben beteiligten, und die Kletterwand, bei der sich angeseilt und gesichert durch engagierte Väter, die Kinder bis unters Kirchendach zu klettern trauten.
Tolle Stimmung
So manch kleiner und großer Pfarrfestbesucher wird die tolle Stimmung so schnell nicht vergessen. Kurzerhand ging das Fest noch in die Verlängerung, so dass auch nach dem Spiel noch genügend Zeit zur Brotzeit war. Regelrecht den "Stecker ziehen" mussten einige Verantwortliche, um vor der Dunkelheit noch alles aufzuräumen.

Von Rainer Hora

So etwas wie die Bibel der Armen
30 März 2010

Mühlried (SZ) Die Mühlrieder Heilig-Geist-Gemeinde widmet Hungertüchern in diesen Tagen eine eigene Ausstellung. wurde am Samstag eröffnet. Sie wurden in den vergangen 30 Jahren für das Hilfswerk Misereor von internationalen Künstlern gestaltet. Die Nachbildungen sind noch bis 16. April zu sehen.
Die Hungertücher gehen auf einen alten Brauch etwa um 1000 vor Christus zurück. "Sie sollten die Heilsgeschichte vermitteln und wurden auch die Bibel der Armen genannt", sagt Hardy Krowiorsch, von der Mission Entwicklung Frieden. Viele Menschen hätten damals nicht lesen können; deswegen erzählte man ihnen die Heilsgeschichte in Bildern, die auf Tücher gemalt waren. Sorgen und Ängste, aber auch die Hoffnungen der Menschen kommen darauf zum Ausdruck.
17 Hungertücher sind in Mühlried ausgestellt, unter dem Leitwort "Gottes Schöpfung bewahren, damit alle leben können". Von Künstlern aus ganz verschiedenen Ländern wurden die Tücher gestaltet – alle zwei Jahre eines. "Sie bieten uns Einsichten in das Leben und den Glauben der Menschen aus anderen Ländern", sagt Hardy Krowiorsch. Untermalt wurde die Ausstellungseröffnung von der ruhigen Musik einer Querflötengruppe.
Das älteste Hungertuch der Ausstellung ist von 1976. Es heißt "Christus im Lebensbaum – Hoffnung für alle" und wurde von Jyoti Sahi aus Indien gestaltet. Es ist vorwiegend in gelb-grün Tönen gehalten und sehr auf die Mythologie bezogen. Absichtlich stehen keine Erklärungen zu den Tüchern daneben, sondern nur Name und Künstler, damit die Besucher sich uneingeschränkt ihre eigenen Gedanken machen können. Wer trotzdem etwas nachlesen will, kann sich am Eingang ein Heftchen mitnehmen, in dem zu allen Tüchern und ihren Künstlern etwas erklärt ist.
Besonders ins Auge sticht das Hungertuch aus Haiti, von 1982. Jacques Chéry hat es in kunterbunten leuchtenden Farben bemalt. Die oberen Szenen zeigen Bilder der Hoffnung, der neuen Schöpfung und der Tischgemeinschaft. Die unteren Szenen stellen Heimatlosigkeit und Friedlosigkeit dar. In der Mitte hängt Christus an einem Kreuzbaum, der seine Wurzeln tief ins Erdreich gräbt und somit auch der dunklen, unteren Hälfte des Hungertuchs Hoffnung schenkt.
"Der Name sagt mir auf jeden Fall was", meint ein Besucher, der vor dem Hungertuch von 1996 steht. Sieger Köder, ein deutscher Künstler, hat das Tuch gestaltet, das den Titel "Hoffnung den Ausgegrenzten", trägt. In der Mitte hängt der leidende, geschundene, blutüberströmte Jesus am Kreuz. Mit seiner Düsterkeit wirkt die Szene des Leidenskörper in die anderen, farbenfrohen Bilder hinein, nimmt ihnen ihre Fröhlichkeit.
Viele Besucher werden auch vom Hungertuch aus China festgehalten. 2007 gestaltete Professor Li Jinyuan sein Werk "Selig seid ihr . . ." in vorwiegend strahlendem Gelb und Orange. In der Mitte steht Christus inmitten eines Kreuzes aus Licht.
Die Ausstellung, die direkt aus Köln nach Mühlried kam, ist noch bis 16. April zu sehen. Die Ausstellung ist Gründonnerstag von 18 bis 22 Uhr, Karfreitag von 10 bis 19 Uhr, Ostersonntag von 10 bis 19 Uhr, Ostermontag von 10 bis 19 Uhr geöffnet. Für interessierte Schulen besteht nach den Osterferien vom 12. bis 16. April die Möglichkeit, die Ausstellung zu besuchen. Sie werden gebeten, sich im Pfarrbüro Mühlried, Telefon (0 82 52) 26 74, anzumelden.
Von Isabel Ammer

Sonntags Zeitung

30./31. Januar 2010/ Nr.4
Progressiv, modern und durch den Glauben verbunden
Die Mühlrieder Pfarrgemeinde Heilig-Geist lebt das Füreinander und Miteinander

SCHROBENHAUSEN
„Viele einzelne Puzzleteile machen das große Ganze unserer Gemeinde aus“, beschreibt Rita Sieber das Leben in der 3000 Katholiken zählenden aktiven Gemeinde Mühlried im Paartal mit ihrer nicht minder engagierten Vikarie im benachbarten Edelshausen. Wirft man einen Blick auf das Struktogramm von Heilig-Geist wird klar, was die Gemeindereferentin sagen möchte. Vor dem Auge des Betrachters tut sich ein Netzwerk auf – fein verästelt rund um das zentrale Kirchenschiff: Hier der von der Kirche getragene Kindergarten, da die Kirchenverwaltung. Daneben der Liturgiekreis mit seinen starken Armen: von den Ministranten, den Kommunionshelfern bis zu den Lektoren und diversen Vorbereitungsteams, die die Gottesdienste mittragen.
Zentraler Dreh- und Angelpunkt und Brücke zwischen Glaube und dem Leben der Menschen in ihrem Alltag bildet der Pfarrgemeinderat, in dem Vertreter all der aktiven Gruppen sitzen. Egal ob Frauenkreis, Ehe und Familie, Hospiz, Taufpastoral oder das Pfarrblatt-Team: für die Sprecher aus den 20 verschiedenen Gruppierungen stellen die gemeinsamen Sitzungen ein Forum des Informationsaustauschs dar, berichtet der Vorsitzende Konrad Prinke. Mag sein, dass diese spezielle Struktur, das Geheimnis für das funktionierende und aktive Leben in und um die Gemeinde ist. Eigenverantwortliches und selbständiges Arbeiten gelten als Leitprinzip.
Jedenfalls war die Arbeit des Mühlrieder Pfarrgemeinderats über viele Jahre ein bestens funktionierendes Modellbeispiel in der ehemaligen Fachakademie für Gemeindepatoral in Neuburg, erinnert sich Pfarrer Robert Skrzypek - der Einfachheit halber von allen „Pater Robert“ genannt. Seit dem Jahr 2001 ist er der fünfte Seelsorger in der jungen Kirchengemeinde, die erst 1973 die Einweihung ihrer Kirche feierte. Eigentlich war der aus Polen stammende Ordenspriester der Breslauer Claretiner nur für ein Jahr als Aushilfe geplant. Doch dann sei Skrzypek, wie er sagt, hängen geblieben. „Es ist sehr schön hier zu arbeiten“, sagt der 42-Jährige und grinst dabei übers ganze Gesicht.

„Miteinander - Füreinander“
Besonders stolz ist die Gemeinde auf ihr Vater-aktiv-Team, das sich vor mittlerweile 15 Jahren, aus einem Kreis engagierter junger Väter gebildet hat, die mit ihren Kindern gemeinsam etwas unternehmen wollten. Über die Jahre hat die Truppe große Events auf die Beine gestellt vom jährlichen Vater-Kind-Zeltlager vor den Sommerferien bis zu Radlausflügen mit der ganzen Familie. Auch vom Weihnachtsmarkt von Heilig-Geist sind die aktiven Väter nicht mehr wegzudenken. Manche nähmen sogar extra einen Tag Urlaub, um beim Aufbau der Budenstadt auf dem Kirchenvorplatz zu helfen. Es waren auch die zupackenden Papas, die erst vor drei Jahren dem adventlichen Großereignis ihr Markenzeichen beschied mit dem Bau eines Holzkarussells für Kinder in Form einer Weihnachtspyramide.
Generationsübergreifend von Mutter-Kind-Gruppe bis zur sogenannten „Rentnerband“, einer tatkräftigen und zupackenden Truppe rüstiger Rentner, die bei den Vorbereitungen der Gemeindeveranstaltungen gar nicht mehr wegzudenken sind. Dem Pulk von 25 fitten, geselligen Senioren wird von der Gemeindereferentin liebevoll das „besondere Flair“ attestiert.
Auch in Sachen Musik hat Heilig-Geist eine ganze Menge zu bieten: Vom klassischen Kirchenchor über Männerschola und Requiemchor bis zu den Jugend- und Junge-Erwachsenen-Chören mit dem Schwerpunkt Neue Geistliche Lieder. „Mit Vollgas und Schlagzeug geht es in der Rhythmusgruppe zur Sache“, komplettiert Rita Sieber begeistert. Beliebt sind die Heilig-Geist-Konzerte mit den eigenen Musikgruppen, bei denen dreimal im Jahr Menschen aus dem Schrobenhausener Land angelockt werden.
Doch nicht nur die großen Dinge zählen, auch die alte Frau, die den Gottesdienst besucht, wird gewürdigt. „Jeder ist wichtig, jeder hat seinen Platz!“, so das Credo der Gemeindereferentin. In Mühlried wird spürbar, dass Glauben und Leben sich verbinden, ganz nach dem gelebten Motto der Gemeinde „Miteinander – Füreinander“.

Gesellschaftlicher Wandel

„Wir sind nicht die Insel der Glückseligen!“, räumt Gemeindereferentin Rita Sieber nachdenklich ein. In Mühlried kämpfe man genauso wie viele Gemeinden in unserer Zeit. Auch wenn der Wille sich in der Gemeinde zu engagieren ungebrochen sei, die meisten müssten sich die Zeit förmlich aus den Rippen schneiden. Immer mehr Frauen sind berufstätig. Die Menschen seien durch Arbeit und Freizeitaktivitäten zunehmend eingespannter und verplanter, so Siebers Eindruck. Warum das Gemeindeleben in Mühlried trotzdem ein so lebendiges und aktives ist, fragt man sich ob dieser gesellschaftskritischer Worte. Mühlried schafft es wohl, die Aufgaben auf viele Schultern zu verteilen, so dass es jedem möglich bleibt, seinen Beitrag zu leisten, damit die Kirche ein Treffpunkt für die Menschen ist und auch bleibt.
Man müsse sich dessen bewusst sein, dass Kirche heute ein Angebot unter vielen ist. Ein Patentrezept kennt auch Sieber nicht. „Es hilft auf jeden Fall nicht alten Zeiten hinterher zu jammern“, sagt die Gemeindereferentin. Sie erlebe, dass viele Menschen an den Knotenpunkten des Lebens, wie Trauung oder Taufe der Kinder sich wieder der Kirche annäherten.

Die Jugendarbeit – eine der tragenden Säulen für die Zukunft der Gemeinde

„Die Kirche braucht Angebote für suchende junge Menschen – heute mehr denn je“, stößt Pater Robert ins gleiche Horn. Genau solche Angebot gibt es in seiner Heilig-Geist-Gemeinde: In der KjG Mühlried finden mehr als 100 junge Katholiken in 13 Gruppen ein breites Freizeitangebot im Zeichen des Kreuzes. Die Jugendarbeit der KjG hat einen guten Stand. Nachwuchssorgen? „Gibt es keine“, so die Gemeindereferentin Rita Sieber. Die jungen Gemeindemitglieder setzen sich voller Tatendrang ein – auch im Pfarrgemeinderat. Gerade die Gruppenleiter übernehmen Verantwortung, planen ihre Events selbständig, motivieren, führen und lernen fürs Leben. Angefangen von der wöchentlichen Gruppenstunde über die KjG Badefahrt bis zum Kinderfasching. Bei allen Unternehmungen und Aktionen gilt: „Die christliche Wertevermittlung hat einen hohen Stellenwert“, erklärt Veronika Sailer vom KjG-Leitungsteam. Toleranz, Akzeptanz von Individualität und gegenseitige Hilfsbereitschaft seien zentrale Punkt, die einfach gelebt würden. Die Erfahrung der jungen Frau: „Isoliert wirken religiöse Themen bei den Kids zu abstrakt.“ Es gebe sogar eine Aktion, bei der der Glaube, das Beten und das Kreuz in der Jugendarbeit regelrecht zelebriert würden. Nämlich das KjG Zeltlager: der Höhepunkt im KjG-Jahr zum Start der Sommerferien, auf den alle sehnsüchtig hin fiebern.

Tanja C. Staimer




Donaukurier

Mühlrieder nicht allein im Wald
3 Februar 2010

Mühlried (sbb) Gerne zu Gast waren die Faschingsliebhaber im Pfarrsaal Mühlried, als die Pfarrgemeinde Heilig Geist zu Musik, Tanz und Spaß bat. Zahlreiche Helfer unterstützten das Organisationsteam bei der Dekoration passend zum Motto: "Mühlrieder nicht allein im Wald".
Die aufwendige Dekoration im Saal, DJ Patrick und kurze Sketche sorgten für gute Stimmung sowie eine lange und berauschende Partynacht. Als der Bühnenvorhang für den ersten Sketch der AH-Fußballer aufging, kamen schon die ersten Lacher vom Publikum. Ein riesiges Wikingerboot und viele Wikinger besetzten die Bühne. Halvar vom Dorf Flake forderte zum Rudern auf. Wickie, der dicke Faxe, Grom, Tjure, Snorre und ein modernes, sprechendes Navigationssystem waren mit an Bord. Das führte sie auf hoher See durch Umwege endlich nach Mühlried. Auf der Suche nach dem besten Fußballer des Landes enterten sie Mühlried, eroberten Kirchenoberhaupt Pfarrer Robert Skrzypek und nahmen ihn mit ins Boot. Die Wikinger freuten sich über ihre Eroberung. Pater Robert lachte und rief spontan: "Ihr seid 20 Jahre zu spät gekommen!" Für das lustige Schauspiel erhielten die Laienspieler tobenden Applaus.
Zur Erholung der Lachmuskeln sorgte DJ Patrick für gute musikalische Stimmung bei den leidenschaftlichen Tänzern. Musikwünsche wurden erfüllt, lange Polonaiseschlangen führten durch den Saal und gute Faschingsstimmung kam auf.
Neuigkeiten aus der Pfarrei erzählten sich Cilli (dargestellt von Kirchenpflegerin Gabriele Siegert) und Agnes (Gemeindereferentin Rita Sieber) in einer Kirchenbank während einer Messe. Eine so genannte Church-Card solle in Mühlried eingeführt werden. Dabei gebe es unterschiedlichste Karten und es könne gepunktet werden, so Cilli. Agnes wurde so neugierig und wollte alles über die neue Church-Card wissen. Dabei störten sie laufend die Messe. Lustig und amüsant standen die zwei Damen auf der Bühne und begeisterten die Zuhörer, die vor lachen Tränen in den Augen hatten.
Das Vater-Aktiv-Team sorgten zur späten Stunde nochmals für beste Unterhaltung, als sie mit ihrer Einlage "Altbayrisch für Einsteiger" auftraten. Hexen, Zwerge, Bäume, Elfen, wilde Tiere, Rotkäppchen und viele andere Maschkara tanzten ausgelassen bis spät in die Nacht hinein oder genossen die Geselligkeit in der Bar. Auch stellte die Katholische Jugendgruppe ihren neuen Song vor und bot eine CD zum Verkauf an. Der Erlös aus dem CD-Verkauf kommt der Jugendarbeit zu Gute.

Von Belinda Schedlbauer

Warm ums Herz und warme Hände
30.11.2009

Mühlried (tsj) Fast so alt wie die Gemeinde Heilig Geist ist auch ihr Weihnachtsmarkt. Seit 37 Jahren übt der adventliche Erlebnismarkt mit seiner Budenstadt seine Anziehungskraft aus. Genauso lange strömen Besucher zu der Veranstaltung nach Mühlried und werden weltweit Missionsprojekte unterstützt.
Die Temperaturen fast frühlingshaft, von Schnee weit und breit keine Spur: "Warm ums Herz und warme Hände", flachst Gemeindepfarrer Pater Robert über das milde Wetter. Dennoch liegt beim Weihnachtsmarkt der Pfarrei Heilig Geist ein Hauch von Weihnachten in der Luft. Umringt von den liebevoll dekorierten Verkaufsständen thront inmitten das stets von Kindern bevölkerte Weihnachtspyramiden-Karussell.
"Hier finde ich jedes Jahr viele tolle, kreative Dinge", begeistert sich Monika Hlawatsch, eine treue Weihnachtsmarktbesucherin, über das Angebot in Mühlried. Vom Adventskranz und -gesteck bis zum Weihnachtsschmuck, von Kunstgewerbe über Holzspielzeug bis zu selbst Gestricktem gibt es alles, was gefällt und Freude bereitet. Einen regelrechten Run erlebt der Feinkoststand. Die selbst gebackenen Plätzchen und Stollen sind schnell unters Volk gebracht. Berühmt für sein weihnachtliches Geschmackserlebnis ist das Kletzenbrot von Sophie Neugschwendner, die sich für die Anfertigung im großen Stil extra eine Industrie-Mixmaschine angeschafft habe, wie die betagte Dame schmunzelnd erzählt. Eine süße Versuchung ist auch das Heilig-Geist-Wölkchen – heißer Holler-Likör mit Sahnehäubchen.
Hier üben Glühwein und Punsch ihren Reiz aus und locken zum Genuss. Da verströmten die frisch aus dem Freiluft-Backofen kommenden Rahmfleckerl der KJG ihren unwiderstehlichen Geruch. Des Esels fröhliches Iah dringt aus dem Streichelzoo ans Ohr.
Spaß und Spannung gibt es beim Lebzelten-Drehen: Im rasanten Viererduell treten die Kontrahenten an der Drehscheibe an. Dem Sieger winkt ein weihnachtliches Lebkuchenherz. Großer Beliebtheit bei den kleinen Besuchern erfreut sich die Kinder-Kreativ-Werkstatt. Mit Hammer, Nagel und Akkuschrauber geht es zur Sache, denn eine ganze Kinderschar ist darauf erpicht, ihre eigene Vogelfutterstation zu fabrizieren.
Gemeindereferentin Rita Sieber ist voll des Lobes für die ehrenamtlichen Helfer, die das Großereignis ermöglichen – rund 250 an der Zahl. Es wurde im Vorfeld gebacken, gebastelt und aufgebaut. Ein Engagement, das sich lohne, denn in den zurückliegenden 36 Jahren sei ein Erlös von 410 000 Euro zusammengekommen. Damit würden alljährlich weltweit Missionsprojekte unterstützt, berichtet Sigrid Distl vom Pfarrgemeinderat. An Stellwänden in der Kirche findet sich eine ganze Reihe mit Dankesschreiben und Fotos von Südamerika über Asien und Afrika bis Polen: ein Beleg dafür, dass die Hilfe ankommt – direkt und unbürokratisch.
Schon nach dem sonntäglichen Familiengottesdienst verharrt eine heitere Menschenansammlung auf dem Carré des Kirchenvorplatzes. Die Sonne lacht, was sie kann vom blauen Himmel. Am Abend taucht ein Lichtermeer unterm Sternenhimmel den Markt in romantisches Flair. Um 16 Uhr ist der Platz von Kindern leer gefegt. Sie sind zahlreich mit ihren Eltern in der Kirche zu finden, wo der Nikolaus bei einer gemeinsamen Feier sehnsüchtig erwartet wird. Der Heilige Mann hat für alle ein rotbackiges Äpfelchen dabei – auch für die vielen fleißigen Helfer an den Ständen sowie im Pfarrzentrum beim Büchershop mit religiöser Literatur und im Heilig-Geist-Café.
Von Tanja Staimer
 
"Auf alle Fälle ganz was Individuelles"
04.12.2009

Mühlried (tsj) "Orgeltropfen", so heißt die hochprozentige in Flaschen gefüllte Orgel-Edition der Mühlrieder Pfarrgemeinde Heilig Geist. Der Verkaufserlös des Kartoffelschnaps soll der Pfarrei dabei helfen, die noch ausstehenden Kosten der aufwändigen Orgelrestaurierung zu decken. Drei Probebrände seien nötig gewesen, ehe die wohlig runde Richtung gefunden war, berichtet Maria Haas am Orgel-Stand auf dem Mühlrieder Weihnachtsmarkt. Man könnte fast meinen, die wortgewaltige Dame aus der Kirchenverwaltung und dem Orgelteam der Pfarrei Heilig Geist hätte einen Provisionsvertrag für den Verkauf des so genannten Orgeltropfens – einem edlen Schnaps auf Kartoffelbasis. Haas’ vollmundiges Verkaufsargument ist eindeutig: "Er geht ned in den Kopf, sondern direkt in den Bauch!" "Ein bisschen wie Ramazotti, aber viel besser", meint die Propagandistin in kirchlicher Mission augenzwinkernd. Eigentlich ist Haas vielmehr im Dienste der Orgel werblich tätig. Das Kircheninstrument wurde vor kurzem aufwändig restauriert und generalüberholt. Das habe gekostet und sei noch nicht ganz finanziert, erklärt Gemeindereferentin Rita Sieber. Deshalb habe das Orgelteam eine geistreiche Idee gefunden, einen Beitrag zu leisten: Die Brennerei Kramlich aus Grasheim designte den Trunk, der für ausgezeichnet befunden wurde. Versehen mit einem extra Orgel-Etikett gibt es neben dem Orgeltropfen auch noch zwei Geschwister: den Prosecco und "Laudes", einen halbtrockenen Rotwein. "Auf alle Fälle was ganz Individuelles", meint Maria Haas ehe sie dem neugierigen Passanten auch schon ein Stamperl kredenzt. Egal ob Spirituose oder edler Tropfen: Die Drei sind ganzjährig im Pfarrbüro erhältlich.
Von Tanja Staimer




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