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Am Abend des 25.Juli 2003, dem Jakobstag, weihte Pfarrer Robert Skrzypek im Kreis vieler Gläubiger die Sankt-Jakobs-Kapelle ein.Sie wurde auf Initiative der Familie Haas im Baugebiet „Mühlried Ost" errichtet und steht im nordöstlichen Teil inmitten einer mit Eichen umpflanzten Grünfläche.Der Münchner Architekt R.Reiser wollte 1994 in seinem Bebauungsplan den dörflichen Charakter mit Bezug zum typischen Baustil des alten Mühlried wahren und sah bereits in den ersten Entwürfen einen Platz für eine Kapelle zur Abrundung des Ortsbildes vor.Spontan erklärten sich Jakob und Maria Haas damals bereit, den Bau der Kapelle zu übernehmen, denn über Generationen gehörte dieser Grund zum „Zinserhof".
„Erinnerungen an die Arbeit, mitunter auch Anekdoten von den Vorfahren, und nicht zuletzt sicher auch das so genannte Familiengewissen erklären eine starke, emotionale Beziehung zu diesem Fleckchen Erde. Als bewusst lebende Menschen war uns von vornherein klar, dass der Bau dieser Kapelle auch die Dankbarkeit und Achtung gegenüber den Vorfahren zum Ausdruck bringen soll. Ganz besonders den Jakobs unter ihnen" ; begründete Jakob Haas seinen Entschluss. Je länger der Weg der Planung sich hinzog, desto mehr gelang es, Geschichtliches und Familiäres aus Vergangenheit und Gegenwart zu verknüpfen und ein Projekt für die Zukunft zu gestalten. Dass die Kapelle dem Heiligen Jakob geweiht werden sollte, war aus zweifacher Hinsicht klar. Zum einem taucht der Vorname, der aus dem Hebräischen kommt und „Gott möge schützen" bedeutet, immer wieder in der Familienchronik auf, zum anderen liegt der Ort, an dem die Kapelle errichtet wurde, an einem Verbindungsweg, der Straße aus der Vergangenheit und der Gegenwart verbindet. Im Osten befindet sich die mittelalterliche Handelsstraße, die von Regensburg nach Augsburg führte und auf Höhe von Ried „Paartal-Altstraße" genannt wurde. Sie diente früher den Jakobs-Pilgern, die auf dem Weg zum Grab des Heiligen Jakobus in Santiago de Compostela waren. Bis 1767 schlängelte sich diese Zugangsstraße, die „Paartal-Altstraße", von Ingolstadt kommend über Rachelsbach, Ried, am Altenfurt beim Zöllner(Zollstelle) vorbei über den Rosensteig nach Augsburg. Sie war also ein Teil der Pilgerroute Krakau-Santiago de Compostela. Westlich der Jakobskapelle verläuft die ab dem 18. Jahrhundert eröffnete „Paartal-Hochstraße"(jetzt alte B300) die in der Höhe von Waidhofen in die „Paartal-Altstraße", jetzt neue B300, einmündet.
Aus der Situation heraus, durch Hilfe des Hl.Jakobus, des Patron für den Lebensweg und der mütterlichen Liebe der Gottesmutter das Dunkle des Lebens Im Inneren der Jakobskapelle empfängt uns die Statue des Heiligen Jakobus, dem Patron der Pilger, ausgestattet mit den wichtigsten Utensilien, einen Wanderstab, einer Kalebasse, am Hut die Muschel als Zeichen der Jakobspilger und, weil der Heilige Jakob, ja Apostel war die Bibel unterm Arm. Geschaffen wurde der Jakobus vom Künstlerehepaar Karlheinz und Christa Torge aus Ried. In der Mitte über dem Altar zieht ein Glasmosaik die Blicke auf sich. Entworfen vom Ingolstädter Benedikt Schmitz, ist es für jeden Besucher der Kapelle eine kleine Herausforderung, sich mit der Symbolik zu befassen.

Pilgern, das ist ein ausgerichtet sein auf ein Ziel hin, auf die Mitte. Die Wege dahin können jedoch sehr unterschiedlich begonnen werden. Wir Christen glauben, dass Gott der Vater unsere Mitte ist zu dem wir heimkehren um ein Leben in Fülle zu haben.

An der kleinen Glocke beim Weihwasserkessel hängen einige Jakobsmuscheln, Kalebassen und ein Wanderstab der Pilger, die bereits nach Santiago gegangen sind. Als Zeichen der Dankbarkeit mit heimgebracht und hier in die Kapelle gehängt haben. Es werden immer mehr. . . Der Jakobsweg ist schmal und staubig, strapaziös und wunderschön. Er birgt für jeden eine andere Erfahrung, ein anderes Geheimnis. Viele Pilger kommen zu der Erkenntnis, der Jakobsweg verändert den Menschen. „Zeitweise ist es, als ob eine unsichtbare Kraft dich vorwärts zieht und man entdeckt in sich ungeahnte Energien", hört man von Pilgern. Viele Menschen begreifen ihr ganzes Leben als Pilgerschaft. Ziemlich genau fünf Wochen nach der Einweihung der Kapelle, wurden Höhen und Tiefen des Jakobsweges für die Familie Haas auf besondere Weise spürbar. Jakob, der 22 jährige Sohn der Familie, verunglückte am 30.08.03 tödlich auf dem Nachhauseweg. Bei der Einweihung war er noch mitten drin, oder aber vielleicht schon ganz besonders beteiligt. Trug er doch den Namen, der in der Familie so große Tradition hat. War er doch mit Eifer an der Fertigstellung der Kapelle beteiligt. Jakob hat das Ziel seiner Pilgerschaft erreicht, wir haben das Ziel noch vor uns. Die Inschrift auf der großen Glocke verspricht uns „Gottes Kraft geht alle Wege mit". annehmen zu können, entstand 2005 die Statue der Schwarzen Madonna, die seitdem in der Kapelle steht. Das schwarze der Gestalt übernimmt die Rolle einer extrem erlebten Wandlungsphase mit all ihren Begleiterscheinungen wie dem Nachlassen der Lebenskraft und das Auflösen von Sinnzielen.

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Die goldene Kugel steht für die Geburt, einen Neubeginn. Lebenskraft und Aktivität im Erdendasein in all seinen Facetten symbolisiert das Rot des Kleides der Madonna.

Als christliches Zeichen der jüngeren schwarzen Madonna ist das Blau des Mantels, das die Verbindung des Irdischen und Himmlischen darstellt, zu verstehen. Krone, Thron und die Mondsichel zu Füßen machen uns bewusst, dass die Mutter Gottes Königin des Himmels und der Erde ist. Mit dem Kind auf ihrem Schoß, das lächelnd die Taube der Hoffnung in den Händen hält, sehen viele aber doch mehr die Mutter als die Königin. So steht die Kapelle nun unter dem Schutz Gottes, dem Patrozinium des H1.7akobus unter dem Schutz der schwarzen Mutter Gottes.